KUNST UNTERWEGS

Begegnungen im öffentlichen Raum!

Künstler

Heinz Kassung

Werktitel: Schwarz gegen Rot, Privatbesitz

Heinz Kassung wurde 1935 in Koblenz geboren, wo er 2013 auch starb. Nach einer Lehre als Schriften- und Dekorationsmaler studierte er Kunst an den Kölner Werkschulen. Von 1962 bis 1967 lebte und arbeitete Heinz Kassung als Stipendiat auf dem Koblenzer Asterstein. Er war Präsident der Internationalen Vereinigung bildender Künstler „EUROPA 24“ und wurde vielfach für sein künstlerisches Schaffen geehrt; so im Jahr 2003 mit dem „Hanns-Sprung-Preis“ der „Arbeitsgemeinschaft Bildender Künstler am Mittelrhein“ (AKM). 2005 folgte der „Kulturpreis der Stadt Koblenz“. 

In seiner Malerei lösen sich Formen bis zur Gegenstandslosigkeit auf. Das Grundgerüst, das dem Bild die nötige Struktur verleiht, fügte der Maler aus Farbflächen zusammen. Zum Einsatz kamen zumeist sehr intensive Farbtöne, die er ausschließlich im Hinblick auf eine größtmögliche kompositorische Ausgewogenheit auswählte.

Gabriele Münter

Werktitel: Bildnis Marianne von Werefkin, Lenbachhaus München

Gabriele Münter wurde 1877 in Berlin geboren und starb 1962 in Murnau am Staffelsee. 1884 zog sie mit ihrer Familie nach Koblenz und besuchte dort die Höhere Evangelische Mädchenschule am Altlöhrtor, das spätere Hilda-Gymnasium. Schon in der Schulzeit hatte sich ihre künstlerische Begabung gezeigt. Da staatliche Akademien für Frauen verschlossen waren, besuchte sie ab Frühjahr 1897 eine Damenkunstschule in Düsseldorf, später ab 1901 die Malschule des Künstlerinnen-Vereins in München.

Gabriele Münter wurde zu einer der zentralen Künstlerfiguren des deutschen Expressionismus und der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“, deren Gründung in Münters Haus in Murnau stattfand. Die langjährige Lebensgefährtin Wassily Kandinskys schuf zahlreiche Landschaften, Stillleben und Porträts. Ein typisches Werk ist das Bildnis ihrer Freundin, der russischen Malerin Marianne von Werefkin, das heute im Lenbachhaus in München verwahrt wird.

Edvard Frank

Werktitel: Estere, Mittelrhein-Museum Koblenz

Edvard Frank wurde 1909 in Korschenbroich am Niederrhein geboren und starb 1972 in Saarlouis. Er zählt zu den Mitbegründern der Pfälzischen Sezession und der „Arbeitsgemeinschaft bildender Künstler am Mittelrhein“ (AKM).

1926 begann er sein Studium an der Werkkunstschule Trier, 1930 wechselte er an die Werkkunstschule Köln. Anschließend ging er nach Berlin, 1934 für ein Jahr nach Rom. 

Der Mittelmeerraum ließ ihn fortan nicht mehr los. Zunehmend entdeckte er das Aquarell als adäquates Ausdrucksmittel für seine lichtdurchfluteten, arkadischen Landschaften, seine Stillleben und antikisierenden Figurenkompositionen, die häufig in eine ornamental stilisierte Umgebung eingebettet sind. Gegen Ende der 1960er Jahre löste er sich vom Gegenstand und schuf lichte, heitere Farbkompositionen, die dennoch den gleichen mediterranen Geist atmen wie seine früheren Werke. Seine letzte größere Ausstellung fand posthum 1992 im Rheinisches Landesmuseum Trier statt.

Jakob Schwarzkopf

Werktitel: Clown und Frau, Privatbesitz

Jakob Schwarzkopf wurde 1926 in Koblenz geboren und starb 2001 in Trier. Er gehört mit seinen monumentalen Glas- und Wandbildern in über 350 sakralen und profanen Gebäuden zu den bedeutendsten deutschen Glasmalern des 20. Jahrhunderts.

Nach einem Studium an der Werkschule in Trier, wurde er in der Glasmalerei-Werkstatt Binsfeld tätig. Durch die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs bestand ein großer Bedarf an neuen Verglasungen, sodass Schwarzkopf zahlreiche Aufträge erhielt. So arbeitete er über viele Jahrzehnte für das Bistum Trier. Er entwarf Textilien sowie sakrale Gerätschaften und widmete sich auch der Bildhauerei. Vor allem im Rhein-Mosel-Raum, in der Eifel und im Hunsrück finden sich zahlreiche Beispiele seines Schaffens. In Koblenz schuf er Fenster für die Jesuitenkirche, die Liebfrauenkirche, die St. Josef-Kirche sowie für die Kirchen in Koblenz-Metternich und Rübenach.

Heijo Hangen

Werktitel: of62a, Privatbesitz

Heijo Hangen wurde 1927 in Bad Kreuznach geboren. Er studierte an der Landeskunstschule in Mainz und erhielt im Anschluss ein Atelierstipendium des Landes Rheinland-Pfalz, das ihn auf den Asterstein in Koblenz führte, wo er auch heute noch lebt. 

Durch eine spezielle, ausgewogene Teilung einer Quadratfläche entwickelte Hangen das sogenannte „Modul“, das seither die Grundlage für all seine Bildfindungen darstellt. Mit diesen konsequent geometrischen Werken, die sich ausschließlich auf Farbe und Form konzentrieren, erlangte Hangen internationale Anerkennung. Als einer der bedeutendsten Vertreter der konkreten Kunst in Deutschland nahm er u.a. 1977 an der documenta 6 teil. 

Im Jahre 2013 wurde der Künstler mit dem „Peter C. Ruppert Preis für Europäischen Konstruktivismus“ geehrt; im gleichen Jahr widmete ihm das Mittelrhein-Museum einen eigenen Raum. 2015 gründete er die „Heijo + Gisela Hangen-Stiftung“ zur Förderung von Kunst und Kultur.

Januarius Zick

Werktitel: Der zielende Amor mit zwei Gespielen, Mittelrhein-Museum Koblenz

Januarius Zick wurde im Jahr 1730 in München geboren, und starb am 14. November 1797 in Ehrenbreitstein. Er gehört zu den Hauptmeistern der deutschen Malerei des Spätbarocks. 

Die Freskomalerei erlernte er bei seinem Vater Johann Zick und wanderte mit ihm viele Jahre lang durch Süddeutschland, um Kirchen und Schlösser auszumalen. Der Trierer Kurfürst engagierte Zick 1760 für die Deckengestaltung des Dianasaales des Jagdschlosses Engers. Bald darauf erhielt er den Titel eines kurtrierischen Hofmalers, heiratete und ließ sich in Ehrenbreitstein nieder. Zick schuf zahlreiche Malereien sowohl für kirchliche als auch weltliche Auftraggeber. Im Neuen Schloss in Koblenz malte er die Decken des Audienzsaales und des Prunkschlafzimmers des Kurfürsten aus. Diese beiden im Zweiten Weltkrieg zerstörten Räume sind heute durch eine digitale Rekonstruktion im Mittelrhein-Museum zu neuem Leben erweckt worden.

Hans Dornbach

Werktitel: Ansicht von Ehrenbreitstein, Mittelrhein-Museum Koblenz 

Hans Dornbach wurde 1885 in Düsseldorf geboren und starb 1952 in Lippstadt. Er war 1949 Gründungsmitglied der „Arbeitsgemeinschaft für bildende Künstler am Mittelrhein“ (AKM) und erster Präsident des Berufsverbandes für Bildende Künstler in Rheinland-Pfalz.

Nach dem Kunststudium an der Hochschule in Weimar und einem Studienaufenthalt in Paris stellte Dornbach bereits 1911 mit namhaften Künstlerkollegen z.B. in Berlin aus. Nach der Zäsur des Ersten Weltkriegs zog Dornbach nach Koblenz zu seiner Mutter. Im Garten ihres Hauses am Ehrenbreitsteiner Kolonnenweg stand der Luisenturm, den der Künstler zu seinem Wohnraum und Atelier ausbaute. Hier entstand in den 1920er Jahren ein Treffpunkt für die hiesigen Maler und Schriftsteller. 

Dornbachs Malerei war geprägt vom Kubismus und rheinischen Expressionismus. Zahlreiche Reisen nach Italien und Frankreich beeinflussten vor allem seine Farbgebung, die sich auch bei Darstellungen der rheinischen Landschaft niederschlug.

Jacqueline Diffring

Werktitel: Confluentia, Mittelrhein-Museum Koblenz

Geboren wurde Jacqueline Diffring 1920 in eine bürgerliche Koblenzer Familie, die dem Kulturleben der Stadt eng verbunden war. Der Weg zu einem Dasein als Künstlerin schien somit nicht unvorstellbar zu sein. Doch nach 1933 machten die antijüdischen Repressalien des nationalsozialistischen Regimes ihrer Familie das Leben in Koblenz unmöglich. Jacqueline Diffring siedelte in das anonymere Berlin um, wo sie 1937-39 an der Reimann-Schule Malerei und Zeichnen lernte. Sie schaffte es noch 1939 vor dem Krieg nach England zu entkommen. Erst 1946-48 setzte sie ihr Kunststudium an Chelsea School of Art in London fort. Ihr wichtigster Lehrer wurde Henry Moore.

Seit 1960 lebt sie in Frankreich. Erst dort begann ihr eigentliches bildhauerisches Schaffen, das bis heute andauert. 2015 erhielt sie den „Kulturpreis der Stadt Koblenz“. Ein Jahr später vollendete sie die auf ihre Heimatstadt Koblenz Bezug nehmende Skulptur „Confluentia“.

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